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Hauptvoraussetzungen der Vernetzung

  • Polenbezogene Themen bzw. Themen, die Polen in einen größeren Kontext rücken: europäischer Kontext, postsozialistischer Kontext, aber auch regionsbezogene Kontexte.
  • Interdisziplinäre Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder Methoden verschiedener Fachrichtungen. Dabei wird die Interdisziplinarität nur dann vorausgesetzt, wenn bei der Beantwortung der Forschungsfragen die Ansätze (Grundlagenforschung und Anwendung) und Methoden (quantitative und qualitative) anderer Disziplinen notwendig sind. Ein gutes Beispiel dieses Ansatzes, dem ausgewogenen Verhältnis zwischen quantitativen Daten (Statistik, Variablen, etc.) und qualitativer Forschung (Diskursanalyse, Qualitative Interviews, etc.), sind die Transformationsstudien der 1990er Jahre (Claus Offe „Dilemma der Gleichzeitigkeit“). An allen Fakultäten der Viadrina gibt es eine 20jährige Tradition studentischer und projektbezogener Forschung, die sich auf dem Feld interdisziplinärer, europäisch orientierter Polenstudien bewegt. Sie haben im ersten Jahrzehnt der Universität die erfolgreiche Arbeit des von Hans-Jürgen Wagener begründeten Frankfurter Instituts für Transformationsstudien (FIT) getragen. Gerade diese Polenstudien brachten die besondere Frankfurter Orientierung in das dicht besetzte Feld der internationalen Transformationsforschung ein. Sie waren linguistisch, rechtwissenschaftlich, volkswirtschaftlich, soziologisch, politologisch, historisch oder anthropologisch und häufig schon echte area studies – interdisziplinär mit dem Fokus Ostmitteleuropa ausgerichtet. An dieser Tradition kann das ZIP anknüpfen.
  • Area Studies – Die Aufgabe der area studies war ursprünglich, im Kontext des Kalten Krieges und der De-Kolonialisierung, andere Kulturen zu analysieren und zu interpretieren, um diese verständlich und damit zugänglich zu machen. Heute hat das Studium der Weltregionen (Area Studies) weltweit an Bedeutung gewonnen. Infolge der massiven gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen im Zuge der Globalisierung und umfangreichen Wanderungsbewegungen ist die Kenntnis über andere Kulturen und Gesellschaften wichtiger denn je geworden. „Polish Studies“ als area studies sind mehr als Länderstudien, mehr als Regionalstudien. Die innovativen area studies nehmen verstärkt die globalen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Austauschprozesse in den Blick. Dieser transdisziplinäre Ansatz erarbeitet und untersucht die Fragestellungen der Disziplinen übergreifend und eignet sich bestens für das ZIP. Der Standort Frankfurt (Oder) – Słubice ist darüber hinaus dazu prädestiniert, das moderne Konzept von area studies kreativ weiterzuentwickeln. Durch die enge Nachbarschaft zu Polen und die unendlich vielen – auch alltäglichen - Austauschprozesse, wird das traditionelle statische Verständnis von „Kulturen“, das noch in der alten Regionalforschung häufig dominierte, aufgebrochen. Damit wird  deutlich, dass es immer ganz unterschiedliche Kulturen sind, die interagieren, sich gegenseitig beeinflussen, dass also der genius loci der Viadrina auch zur Profilierung modern verstandener area studies beitragen wird.