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Dr. Frank Grelka - Aktuelle Forschungsprojekte

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  • Die Wasserwirtschaftslager für jüdische Zwangsarbeiter im Distrikt Lublin, 1939-1941. Knotenpunkte der Judenverfolgung im Generalgouvernement?

    Mit Unterstützung des DFG untersucht das Projekt ökonomische Aspekte des deutschen Völkermords an polnisch-jüdischen Bevölkerungsgruppen in der ersten Hälft der Besatzung. Im Kontext des öffentlichen Arbeitseinsatzes als Sanktionsform im jüdischen Ansiedlungsrayon seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zieht das Vorhaben einen Spannungsbogen zu den wirtschaftlichen Aspekten der Zwangsarbeit polnischer Juden im Kontext des Holocaust. Im Mittelpunkt der Untersuchung soll eine empirische Fallstudie zu öffentlichen Bauarbeiten stehen, bei denen Juden gezwungen wurden, unter der Leitung jüdischer Institutionen Drainagearbeiten zur Trockenlegung von Ackerland und Begradigung von Flüssen zu leisten. Das Management dieses Arbeitseinsatzes wird aus einer soziökonomischen Perspektive im Hinblick auf seine Folgen für die jüdischen Arbeiter und ihre Herkunftsgemeinden rekonstruiert. Der Schwerpunkt der Quellenforschung liegt auf ca. 60 dieser Meliorationslager sowie deren Anbindung an die Massentötungsanlage Sobibór seit Ende 1941.
  • "Die doppelte Verlagerung. Provenienzforschung zur NS-Raubkunst in russischen Staatsarchiven"

    ‚Doppelte Verlagerung‘ meint die Konfiskation und Verlagerung von Kunstobjekten, die ursprünglich für das geplante ‚Führermuseum‘ in Linz von NS-Behörden (u.a. im Zuge der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden) aus Privatbesitz geraubt worden waren, aus der Sowjetischen Besetzten Zone in die UdSSR. Mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg erforscht das ZIP in Kooperation mit Dr. Tat’iana Timofeeva und Prof. Vladimir Sacharov von der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität in russischen Staats- und Museumsarchiven nach Quellen, die der Provenienzforschung weiterführende Hinweise über den heutigen Verbleib „NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter" geben sollen.

  • "Deutsche und polnische Akteure der Neuen Ökonomischen Politik (NĖP). Die Dorfsowjets in der sowjetukrainischen Provinz, 1923-1928"

    Unter Leitung von Dr. Stephan Rindlisbacher soll mit diesem Vorhaben die Phase der Konsolidierung der sowjetischen Parteidiktatur zwischen Bürgerkrieg und Zwangskollektivierung aus der Perspektive deutsch- und polnischsprachiger Gruppen beleuchtet werden. Das Projekt mündet in eine zweisprachige Edition von Quellen zur Rolle der Dorfsowjets in deutscher und polnischer Sprache, die Frank Grelka zusammen mit dem Projektleitern sowie Kollegen aus der Ukraine und Polen mitherausgeben wird. .

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • "Kultur als Beute des Zweiten Weltkrieges: zur Praxis der Verlagerung von deutschen Kunst- und Kulturgütern aus der SBZ, 1944-1948"

    Forschungsprojekt zusammen mit Partner in Russland und der Ukraine, gefördert durch die VolkswagenStiftung im Rahmen des Förderpogramms „Trilaterale Partnerschaften – Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaftler(inne)n aus der Ukraine, Russland und Deutschland“. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Erforschung von Schlüsselquellen zu den Motiven und Praxen sowjetischer Konfiskationspolitik in Ostdeutschland. Siehe dazu: Frank Grelka, Beutekunst und Kunstraub. Sowjetische Restitutionspraxis in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 67 (2019), Heft 1, Seiten 73–104. In Kooperation mit dem Zentrum Zeitgeschichtliche Forschung in Potsdam entsteht mit weiteren Mitteln der VolkswagenStiftung darüber hinaus eine elektronische Quellenedition. Diese Datenbank stellt zukünftig Nutzern am ZZF Quellen zum Thema Kulturgutverlagerungen aus ukrainischen, russischen und deutschen Archiven für die Forschung zur Geschichte von SBZ und DDR sowie ganz allgemein die Provenienzforschung bereit.

  • "Eine Schicksalsgemeinschaft im Totalitarismus. Deutsche und Polen in der Sowjetukraine, 1922-1941 / Wspólnota losu w warunkach totalitaryzmu. Społeczność polska i niemiecka na Ukrainie Radzieckiej, 1922-1941"

    Mit Fördermitteln der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung stellte das Zentrum für Interdisziplinäre Polenforschung in Kooperation mit Wissenschaftlern aus Polen und der Ukraine im Juli 2018 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) einen Förderantrag für ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Rolle deutscher und polnischer Dorfräte in Sowjetukraine während der Neuen Ökonomischen Politik, 1923-1929, der bewilligt wurde (s. ‚Aktuelle Forschungsprojekte‘)

  • "Grenzen, Kriege und Kongresse. Die Aushandlung staatlicher Neuordnung in Ostmitteleuropa aus dem Erbe der Imperien 1917-1923"
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  • "Ukrainische Peripherien - Ukraine als Peripherie: ein Grenzland in rechtshistorischer Perspektive"
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