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Vierter Kongress Polenforschung: "Grenzen im Fluss"

Frankfurt (Oder), 23.–26.03.2017

Wo, um alles in der Welt, liegt Polen bloß? Auf eine gewisse Weise kreisten die Diskussionen auf dem Vierten Kongress Polenforschung in Frankfurt (Oder) vom 23. bis 26. März 2017 um diese Frage: Mehr als 330 größtenteils deutschsprachige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machten sich zweieinhalb Tage lang Gedanken über die Grenzen eines Landes, dessen Ort in Europa derzeit neu verhandelt zu werden scheint. „Grenzen im Fluss“ lautete entsprechend auch das Rahmenthema des Kongresses. Tatsächlich ist vieles nicht in Stein gemeißelt. Bereits die einleitende aktuelle Podiumsdiskussion machte auf die vielen neuen Interpretationsbedürfnisse aufmerksam, die sich durch die politischen Entwicklungen in Polen und ganz Europa ergeben. Gerhard Gnauck, Dagmara Jajeśniak-Quast, Gwendolyn Sasse, Manfred Sapper diskutierten – moderiert von Timm Beichelt –, was Wissenschaft und Medien angesichts dessen tun können.

Eine Antwort auf viele Fragen präsentierte der Schriftsteller Matthias Nawrat: Nachdem bei der Eröffnungsveranstaltung in der Frankfurter Konzerthalle der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke, der polnische Staatssekretär Jakub Skiba – beide Koordinatoren der jeweiligen Regierungen für die deutsch-polnische Zusammenarbeit –, die beiden Bürgermeister von Frankfurt und Słubice sowie Viadrina-Präsident Alexander Wöll und die Vize-Rektorin der Universität Posen, Beata Mikołajczyk, die zahlreich versammelten Kongressteilnehmer begrüßt hatten, hielt Nawrat den Festvortrag „Grenzen und Utopie“, wo er einen  großen Bogen schlug von seiner eigenen oberschlesischen Herkunft bis zur Gewaltgeschichte des Planeten und dafür plädierte, immer auch das Individuelle, „das Andere, das Einzelne und Ungeschützte, das Notwendige“ sichtbar zu machen. Anschließend führten Dieter Bingen und Dagmara Jajeśniak-Quast in den Kongress ein.

Der vom Deutschen Polen-Institut gemeinsam mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien an der Europa-Universität Viadrina, dem Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION sowie dem Deutsch-Polnischen Forschungsinstitut am Collegium Polonicum organisierte Kongress war die vermutlich größte wissenschaftliche Veranstaltung zu Polen, die jemals in Deutschland stattgefunden hat. 27 Sektionen, zahlreiche Projektvorstellungen und Diskussionen sowie ein reiches kulturelles Begleitprogramm (Theater, Film, Ausstellung, Exkursion auf der Oder) – für jede und jeden war etwas dabei. In einer Ergebnisbroschüre werden die Befunde der einzelnen Sektionen ebenso wie Nawrats Festvortrag veröffentlicht werden.

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