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Magdalena Kamińska

Thema der Promotion:
„Die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen DDR und VRP im Bauwesen am Beispiel der Wohnungsbauserien W-70 und WBS 70 von 1967 bis 1980 (Arbeitstitel)“

Die Arbeit untersucht die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Volksrepublik Polen (VRP) am Beispiel der Wohnungsbauserien „Warszawa 1970“ (W-70) und „Wohnungsbauserie 1970“ (WBS-70) von 1967 bis 1980.

Ende der 1960er-Jahre wurden polnische Bauforschungsinstitute mit dem „Problem 103“ betraut: der Einführung der innovativen Wohnungsbauserie W-70. Die Weiterentwicklung, Wk-70, sollte zum am weitesten verbreiteten Wohnungsbausystem in Polen werden. Teile der neuen Bautechnologie wurden im kapitalistischen Westen gekauft und erweckten reges Interesse des Ministeriums für Bauwesen der DDR. Parallel und vermutlich in Konkurrenz dazu wurde zeitgleich an der TU Dresden die Wohnungsbauserie WBS 70 entwickelt. Das lässt die Fragen aufkommen: Welche Formen der Zusammenarbeit und Organisationsstrukturen gab es in der Entwicklung und Einführung der jeweiligen Wohnbausysteme zwischen DDR und VRP? Warum wurden Maschinen im „kapitalistischen Westen“ gekauft, statt vom sozialistischen Kooperationspartner? Gab es zwischen DDR und VRP gegenseitige Einflussnahme in der Entwicklung ihrer Wohnbausysteme?

Als theoretische Grundlage dient das Struktur-Akteurs-Modell nach Prof. Wolfgang König (TU Berlin), das Technik in ihrer Entwicklung, ihrem Wandel und Transformation im Fokus hat. Ausgehend von polnischen Fallbeispielen verschiedener bautechnischer Institute und Plattenbau-Siedlungen, wie beispielsweise Tychy, werden Vergleiche zur Deutschen Bauakademie der DDR und der WBS 70 gezogen, wie sie beispielsweise in Schwedt/Oder, Hoyerswerda oder Berlin Marzahn-Hellersdorf gebaut wurde.

Biografische Angaben: Seit 2015 Doktorandin am Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien (ZIP) an der Europa-Universität Viadrina. Bachelorstudium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in „Europäischer Kultur- und Ideengeschichte“ mit dem Nebenfach Kunstgeschichte (2010). Masterstudium der “Europäischen Geschichte” an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg (2013). Auslandssemester in Wrocław/Breslau (2009) und Istanbul (2011). Sie arbeitete 2012-2014 als wissenschaftliche Hilfskraft für Prof. Hans Henning Hahn (Universität Oldenburg), 2014-2015 für Prof. Beata Halicka (Adam Mickiewicz Universität in Poznań) und 2015 am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION. Aktuell ist sie Stipendiatin der Wüstenrot Stiftung mit Sitz in Ludwigsburg.

Fachbereich: Kulturwissenschaften

Betreuer: Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast und Priv.-Doz. Dr. Tobias Weger (Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)