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Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien

Programm

Die Gründung des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien der Europa-Universität Viadrina am 17. Juni 2011 war Teil der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des Übersetzers und deutsch-polnischen Kulturmittlers Karl Dedecius (1921–2016). Der Pflege des Vermächtnisses von Dedecius dienen heute an der Viadrina u.a. die Karl Dedecius Stiftung und das Karl Dedecius Archiv.

In diesem Jahr wäre der große Übersetzer 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben Studierende der Universität Łódź unter der Leitung der DAAD-Gastdozentin am Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien, Prof. Dr. Karolina Prykowska-Michalak, einen digitalen Rundgang sowie eine Ausstellung über Dedeciusʼ Geburtsstadt erarbeitet: "Łódź śladami Dedeciusa" („Łódź auf den Spuren von Dedecius“) (in polnischer Sprache).

Übernahme einer Patenschaft über ein Kunstwerk in der Großen Scharrnstraße

17.06.2021, 11 Uhr

Große Scharrnstr. 23a in Frankfurt (Oder)

Anmeldung unter klodnicki@europa-uni.de

Im März 2021 hat das Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien sein neues Domizil in der Frankfurter Großen Scharrnstraße bezogen, einer architekturgeschichtlich äußerst spannenden Straße. Frankfurt (Oder) gehört zu den Städten Ostdeutschlands mit einer großen Anzahl von Kunstwerken im öffentlichen Raum. Mehr als 250 Denkmäler, Skulpturen und Objekte aus Bronze, Stahl, Stein und Holz, Malereien, Mosaike und keramische Werke, künstlerisch gestaltete Brunnenanlagen und andere Kunstobjekte, vorwiegend aus den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, bereichern den städtischen Raum.  Wie kein anderes Quartier wurde die in den Jahren 1986–1988 in der Großen Scharrnstraße erbaute spätsozialistische Fußgängerzone gemeinsam mit 18 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region gestaltet. Die baubezogene Kunst –  ein Markenzeichen des Bauwesens der DDR – zeigt sich hier als zeithistorisches Zeugnis der postmodernen Suche nach Vielfalt.

Diskussion “Postcolonial Studies and Beyond Martyrdom? Perspectives and Questions of Modern Research on Poland” (in englischer Sprache)

24.06.2021, 16:15 Uhr

Online   

Anmeldung unter klodnicki@europa-uni.de                                                                                

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien diskutieren Leitung und Wissenschaftlicher Beirat über die Aufgaben der Polenforschung in Gegenwart und Zukunft. Dabei geht es u.a. um die Frage nach Polens Rolle in der Weltpolitik, jenseits des deutsch-polnischen und europäischen Kontextes. Erörtert wird auch das Konzept von Polenstudien als postkoloniale Area Studies, als Forschung über ein Land, an dessen historischem Territorium sich die großen Zäsuren der europäischen Geschichte vollzogen haben.

Prof. Dr. Andrea Loew, Institut für Zeitgeschichte München                                                                 
Prof. Dr. Magdalena Saryusz-Wolska, Deutsches Historisches Institut Warschau                             
Prof. Dr. Brian Porter-Szűcs, University of Michigan                                                                                       
Dr. Andreas Ludwig, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam                     
Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Europa-Universität Viadrina                                                          

Die Moderation übernimmt Dr. Florian Peters vom Imre Kertész Kolleg Jena.

Vortrag von Dr. Vadzim Anipiarkou (Belarus): Zwischen Gesellschaft und Macht: das Institut für Geschichte in Minsk vor dem Hintergrund politischer Proteste in Belarus im Jahr 2020 (Między społeczeństwem i władzą: Instytut Historii w Mińsku na tle protestów politycznych na Białorusi w roku 2020) (in polnischer Sprache)

15.07.2021, 11:15Uhr

Online 

Anmeldung unter klodnicki@europa-uni.de                                                                                                                                               

Die aktuelle politische Lage in Belarus ist Anlass für die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Studierende und Lehrende aus Belarus zu unterstützen und das Wissen über das Land zu vergrößern. So hat auch das Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien den Wissenschaftler Dr. Vadzim Anipiarkou eingeladen. Im Rahmen des Forschungskolloquiums des Zentrums wird er über die Ereignisse im Dezember 2020 vortragen: Vor dem Hintergrund der Massenproteste in Minsk verloren insgesamt 15 Mitarbeitende des Historischen Instituts der Belarusischen Akademie der Wissenschaften ihre Arbeit, das sind ca. 20 Prozent des gesamten Forschungsteams.

Konferenz: Transformationsforschung: Polen und Ostdeutschland im Vergleich

23.–24.09.2021

Europäisches Solidarność-Zentrum Danzig                                                                                                                                  

Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, historische Forschung und Politikwissenschaft lieferten unmittelbar nach der Systemtransformation zahlreiche Beiträge zur Aufarbeitung der Geschichte des Sozialismus und der Planwirtschaft sowie zu möglichen Transformationspfaden. In den zurückliegenden 30 Jahren haben sich in den verschiedenen Disziplinen zahlreiche weitere Untersuchungsperspektiven und -ansätze ergeben, nicht zuletzt durch die Öffnung der Archive.

Aufgrund der exponierten Stellung Polens im Transformationsprozess und dessen Vorgeschichte sowie der Sonderstellung Ostdeutschlands nimmt die Tagung diese beiden Regionen in den Fokus. Gerade der ostdeutsch-polnische Vergleich ermöglicht es, den üblichen deutsch-deutschen Vergleich zu erweitern und so althergebrachte Gewissheiten zu hinterfragen und zu ergänzen.

Veranstaltet wird die Konferenz auf dem historischen Gelände der einstigen Danziger Lenin-Werft vom Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Solidarność-Zentrum und dem Herder-Forschungsrat.

Interessierte sind bei allen Veranstaltungen herzlich willkommen und melden sich bitte bei klodnicki@europa-uni.de an.

Galerie 190x190 ©Aleksandra Polkowska       Ruckblick 190x190 ©Aleksandra Polkowska